…schließen sich nicht gegenseitig aus. Viele Studien haben bereits gezeigt, dass Sport zur Verbesserung von Mobilität, Ausdauer, Beweglichkeit, Kraft, Depressionen und Fatigue beitragen kann.
Ich habe lange überlegt, wie ich meinen sportlichen Alltag mit meiner MS Erkrankung in Einklang bringen kann. Nach der Cortison Therapie habe ich mich immer sehr schnell erschöpft gefühlt und ich hatte das Gefühl, dass auch mein Herz war stark belastet war. Ich war mir nicht sicher, wie lange ich pausieren sollte und wann der beste Zeitpunkt ist, wieder ins Training einzusteigen.

Ich habe die erste Woche nach der Cortison Behandlung nicht trainiert. Ich war nur spazieren, auch etwas schnelleren Schrittes, wenn es möglich war. In den nächsten 2 Wochen bin ich dann langsam wieder eingestiegen und habe versucht nicht in den Cardio Bereich zu kommen und habe mit einer Herzfrequenz von max. 110-120 bpm trainiert. Das hat ganz gut funktioniert und wie ich sagen muss auch nicht geschadet. Ich habe langsam angefangen zu Hause auf dem Heimtrainer zu trainieren und habe stets meine Herzfrequenz im Auge behalten. Danach bin ich wieder voll mit Sport eingestiegen.

Sport und MS sind eine sehr gute Kombination um Fatigue zu reduzieren und mobil zu bleiben.

Ich habe keine Abstriche beim Cardio- oder Krafttraining gemacht. Sobald ich jedoch Symptomatiken festgestellt habe, habe ich entweder das Training beendet oder eine kurze Pause eingelegt. Oft geht ein Aufflackern der Symptome mit dem Uhthoff Phänomen einher. Mit steigender Körpertemperatur können alte Symptome aufflackern. Dies beruhigt sich aber kurz darauf wieder. Mir tut das Training richtig gut und macht mir viel Spaß.

Ich kann mir vorstellen, dass es mit Fatigue nicht einfach ist, konsequent ein Sportprogramm durch zuziehen, aber es ist sicher möglich durch eine Routine und einen gesunden Ehrgeiz die Kraft aufzubringen eine kurze aber effektive Trainingseinheit einzulegen. Ein Workout von 20 min kann schon Erfolge bringen. Ich kann bei dem Thema Fatigue nicht aus Erfahrung sprechen aber ich glaube daran, dass Ihr mit Willen und Ehrgeiz auch für den Moment des Trainings diese überwinden können.

Überanstrengungen un Übertraining sollten vermieden werden – dies kann negative Effekte haben.

Nicht „viel – hilft viel“ ist hier das Motto, sondern das Sportpensum an das eigene Wohlbefinden anzupassen.  Wichtig hierbei ist, gezielt bestimmte Defizite anzugehen und mit einem langsamen und stetigen Training eine Verbesserung herbei zu führen. Je nach Krankheitsgrad ist auch ein leichtes Ausdauertraining möglich. Hierbei sollte man stets auf die Symptomatik des Körpers hören.

Es ist besser eine kurze Pause einzulegen, anstatt den Körper an seine Grenzen zu bringen. Meist legen sich z.B. ein Kribbeln in den Armen oder Beinen schnell wieder, wenn der Körper zur Ruhe kommt.

Motivation lässt dich starten. Gewohnheit lässt dich weitermachen!

Wichtig für den Erfolg ist, sein Training kontinuierlich durchzuführen und keine Ausreden für eine Trainingspause vorzuschieben. Am besten machst du dir einen Trainingsplan. Richte deinen Tagesablauf nach diesem Plan ein. Verlege Einkaufen, Putzen oder sonstige Aktivitäten die du abends nach der Arbeit erledigen willst auf einen anderen Tag  und plane feste Tage für deinen Sport. Du wirst sehen nach ein paar Wochen hast du dein Sportprogramm fest in deinen Alltag integriert und kannst bereits Fortschritte erkennen.