Meine MS Ernährung ist Zuckerfrei!

Seit fast 2 Jahren beschäftige ich mich nun mit gesunder Ernährung. Fast jeden Tag lerne ich Neues dazu und lese interessante Sachen im Netz. Manchmal lassen mich Themen tagelang nicht los und ich versuche so viele Informationen zu sammeln, wie es nur geht. Ein Beispiel dafür ist „Zuckeralternativen“.

Als ich vor über einem Jahr mit der Ernährungsumstellung angefangen habe, habe ich noch auf alternative Süßungsmittel zurückgegriffen. Auf vielen LowCarb Seiten und in LowCarb Rezepten liest man immer wieder, dass man Xylit oder Erythrit verwenden soll.

Welche Zuckeralternativen gibt es?

Erythrit ist ein Zuckerersatzstoff, der (bio-) chemisch aus Alkoholzucker erzeugt wurde. Er ist auch als E968 bekannt. Zwar kommt Erythrit auch in der Natur vor, jedoch in sehr kleinen Mengen, so dass dieser künstlich hergestellt werden muss um den großen Bedarf der Lebensmittelindustrie decken zu können.

Erythrit ist für viele so interessant, weil es einen glykämischen Index von 0 hat und sich somit nicht auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Außerdem wird Erythrit nicht verstoffwechselt, es findet also keine Umwandlung von Energie statt, sondern wird zu 100% wieder ausgeschieden. Außerdem gilt Erythrit als zahnfreundlich.

Wer täglich jedoch mehr als ca. 1g pro KG Körpergewicht zu sich nimmt, muss mit Problemen rechnen. Es kann zu Verdauungsproblemen und Blähungen führen, wie es bei übermäßigem Verzehr von zuckerfreien Kaugummis oder Bonbons der Fall ist.
(Quellen: Lifiline)

Da Zuckerersatzstoffe, wie auch normaler Haushaltszucker außer Süße nicht viel zu bieten haben, und Haushaltszucker auch noch leere Kalorien mit sich bringt, bin ich auf Kokosblütenzucker umgestiegen. Ich fand, dass die Zuckerersatzstoffe doch immer einen kleinen Nachgeschmack hatten, der mich bei manchen Sachen doch gestört hat.

Ich versuche weitestgehend auf Zucker zu verzichten, Ich schaue mir immer genau die Zutatenlisten an, wenn Zucker zugesetzt ist und ich kein Ersatz für das gewünschte Produkt finde, schaue ich, dass ich unter 5g pro 100g bleibe.

Natürlich esse ich auch mal gerne Schokolade und Gummibärchen, aber zum Kochen und Backen verwende ich nur noch Kokosblütenzucker.

Warum Kokosblütenzucker eine gute Alternative ist bei meiner MS Ernährung!

Kokosblütenzucker besteht nicht nur aus leeren und unnützen Kalorien, sondern hat viel mehr zu bieten. Er liefert 16! der zwanzig Aminosäuren. Aminosäuren sind der wichtigste Baustein für unseren Stoffwechsel und verantwortlich für den Erhalt und Aufbau aller Körperfunktionen.

Wir benötigen Aminosäuren für das Wachstum und die Regeneration der Zellstruktur und Knochensubstanz, sie steuern den Enzym- und Hormonhaushalt und sind regulierende Kraft in unserem Herz-Kreislauf-System.

Die höchste Menge an Aminosäuren im Kokosblütenzucker liefert das Glutamin. Glutamin ist wichtig für die normale Funktion des Herzens und an mehr Stoffwechselprozessen beteiligt als jede andere Aminosäure. In wissenschaftlichen Versuchen wurde außerdem eine entzündungshemmende Wirkung von Glutamin nachgewiesen.

„Unser Gehirn verbraucht rund ein Fünftel des täglichen Energiebedarfs. Bekommt es die richtigen Nährstoffe, kann es besser arbeiten. So lassen sich Gedächtnisleistung und Konzentration steigern. Untersuchungen zeigen zudem, dass Glutamin auch wirksam zur Behandlung von Depressionen, Müdigkeit, Alkoholismus, Epilepsie, Muskelschwund, Schizophrenie, geistiger Behinderung, Impotenz, Heilung von Geschwüren und Linderung von Müdigkeit ist.“

Kokosblütenzucker ist reich an Mineralstoffen.

Eisen, Zink, Calcium, Kalium und Magnesium, welche vom Körper nicht selbst hergestellt werden können, sind darin enthalten. Diese Mineralstoffe müssen unserem Körper durch Nahrung zugeführt werden. Kalium etwa, spielt eine große Rolle bei der Aufrechterhaltung des normalen Blutdrucks und beugt damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Außerdem enthält Kokosblütenzucker eine große Menge an Inulin. Dieser Ballaststoff sorgt dafür, dass unser Organismus Magnesium und Calcium besser aufnehmen kann. Außerdem wirkt sich Inulin positiv auf unsere Darmflora aus und stärkt damit das Immunsystem und fördert damit die Verdauung.

Neben den Aminosäuren und Mineralstoffen, sollten auch die Vitamine nicht unerwähnt bleiben.

Kokosblütenzucker ist reich an Vitamin B1, Vitamin B2, Folsäure (Vitamin B9 bzw. Vitamin B11), Vitamin B4, Vitamin B6, Vitamin B5 und Vitamin B3. Kokosblütenzucker enthält auch Spuren von Vitamin B12, welches nur sehr selten in Pflanzen auftaucht.
(Quelle: Kokosblütenzucker)

Kokosblütenzucker hat einen niedrigen glykämischen Index (unter 50) weshalb ein langsamer und gleichmäßiger Anstieg des Blutzuckerspiegels entsteht. Dadurch ist er länger sättigend und er werden keine Zuckerhochs und -tiefs verursacht.

Kokosblütenzucker kann man 1:1 wie Zucker verwenden. Er schmeckt, anders als der Name sagt, nicht nach Kokosnuss, sondern hat einen leicht karamelligen Geschmack. Er kommt braunem Zucker geschmacklich sehr nah.

Was du beim Kauf von Kokosblütenzucker beachten solltest!

Ich achte sehr darauf 100% Kokosblütenzucker zu kaufen. Ich hatte schon öfter Verpackungen in den Händen, bei denen andere Zuckersorten zugemischt wurden. Auch Kokosblütenzucker hat ca. 400 Kalorien auf 100g – daher sollte man es auch hier mit der Verwendung nicht übertreiben. Aber man führt hier nicht nur leere Kalorien zu, sondern viele wichtige Nährstoffe und Bausteine für unseren Organismus. Daher verzichte ich lieber auf Zuckeraustauschstoffe, die zwar keine Kalorien haben, aber auch keine Nährstoffe liefern. Für einen Kuchen, ein paar Pancakes oder Waffeln eignet sich Kokosblütenzucker prima. Auch mein Salatdressing bekommt manchmal eine kleine Prise davon ab. Jedoch achte ich sehr darauf, es nicht zu übertreiben.

Ich liebe diesen kräftigen karamelligen Geschmack. Und weil ich euch jetzt so viel darüber erzählt habe und ihr fleißig bis hier unten hin gelesen haben, gibt es noch ein kleines Rezept, dass ihr gleich mal ausprobieren könnt.

Schickt mir Eure Rezeptbilder oder eure Erfahrungen mit Zuckeralternativen!

 

Bananenbrot

Zutaten:
4 sehr reife Bananen
250g Dinkel Vollkornmehl
1 Ei
50g Kokosblütenzucker
30g (1 EL) weiches Kokosöl
1/2 Päckchen Backpulver
eine Prise Salz
etwas Zimt

 

Als erstes den Ofen auf 175 Grad Umluft vorheizen.

Dann 3 Bananen mit der Gabel in einer Schüssel zermatschen, Kokosblütenzucker, Salz, 1 Ei und das Kokosöl zufügen und cremig aufschlagen.

Danach die restlichen Zutaten zugeben und alles gut vermischen. Wer mag kann noch gehackte Nüsse unterheben.

Den Teig in eine gefettete Kastenform geben, oder in eine Silikonform füllen. Dann die letzte Banane der länge nach halbieren und auf den Kuchen geben.

Den Kuchen nun ca. 50 Minuten backen. Ich habe ihn nach 25 min mit Alufolie abgedeckt, damit er nicht zu dunkel wird.

Nach 50 Minuten was mein Bananenbrot fertig und wir haben es noch lauwarm probiert. Einfach lecker 🙂 Die sehr reifen Bananen geben dem Kuchen schon eine schöne Süße und der Kokosblütenzucker rundet das Ganze noch ab.

Das Mehl lässt sich natürlich mit einem beliebig anderen oder gemahlenen Nüssen ersetzen. Wer daraus einen “After-Workout” Snack machen möchte,  kann ein Teil des Mehls durch Proteinpulver ersetzen. Probiert es einfach mal aus. Ein wirklich super leckerer Snack!

5 Kommentare zu “Zuckerfreie Ernährung bei MS”

  1. Hallo Jule. Danke für deinen tollen Bericht. Und ich freue mich so, dass ich anscheindend den richtigen Ersatz gefunden habe. Ich nehme nämlich auch sehr gern und fast nur noch Kokosblütenzucker. Ich wusste aber bis heute nicht, was da alles gutes drin ist und wie gut es für den Körper ist. DANKE Danke auch für das tolle Rezept. Ich vertrage leider kein Dinkel. Kannst du eine Alternative empfehlen. Liebe Grüße und mach weiter so! Ich lese gern dein Block. Nicole

    1. Liebe Nicole,
      Danke für deinen lieben Kommentar. Als ich mich in das Thema eingelesen habe konnte ich es auch kaum glauben, dass ein Zucker so tolle Eigenschaften haben kann. Aber wie gesagt, trotzdem alles in Maßen 😉

      Ich denke du kannst das Mehl gegen Weizen oder Roggen ersetzten. Buchweizen ist auch sehr lecker. Da würde ich allerdings einen Teil durch gemahlene Nüsse ersetzen. Du kannst auch komplett auf Nüsse umsteigen z.B. Mandeln. Ist auch sehr lecker.
      Danke fürs treue Lesen :*
      Liebste Grüße Jule

  2. Hallo Jule,

    meine Rezepte beinhalten beinah alle Ahornsirup statt Industriezucker. Meinst du dass der auch ok ist oder soll ich ihn zukünftig durch Kokosblütenzucker ersetzen? Ich hab bisher erst ein Rezept mit Kokosblütenzucker probiert und das war witzigerweise auch ein Bananenbrot (von GreenKitchenStorys).

    Liebe Grüße,
    Claudia

    1. Hallo Claudia,

      ich will jetzt nicht sagen, dass Ahornsirup schlecht ist, aber im Vergleich zu Kokosblütenzucker doch eher mit sehr wenig Mineralstoffen und Vitaminen bestückt. Schau doch mal hier: Zentrum der Gesundheit da gibt es ein paar Infos zu Ahornsirup. Die Entscheidung kann ich dir leide nicht abnehmen 😉
      LG Julia

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