Mein Aufbruch naht und der Weg zu mir selbst führt mich nach Santiago de Compostela!

Es ist soweit. Ein großer Traum geht in Erfüllung. Nachdem ich im Dezember meinen Job gekündigt habe, bot sich mir die Gelegenheit mir eine Auszeit zu gönnen. Das habe ich einfach nötig. Ich brauche Zeit für mich, meine Gedanken und muss neue Kraft sammeln. Kurz nach der Kündigung hat sich bereits eine neue Job Chance aufgetan und ich habe zugegriffen. Zum 01.05. bin ich gut unter gekommen, und kann jetzt noch befreiter in dieses Abenteuer starten. Der Weg ruft – Santiago ich komme!

„Die große Herausforderung besteht darin, überhaupt aufzubrechen, vermeintliche Sicherheiten hinter sich zu lassen und stattdessen der Ungewissheit des Weges zu begegnen. Der Weg entsteht dann wie von selbst.“ (Gregor Sieböck, österreichischer Weltenwanderer und Autor, *1976)

Der Jakobsweg war schon immer ein Traum von mir, seit ich vor ein paar Jahren mal eine Doku darüber gesehen habe. Dann habe ich diesen Wunsch etwas verdrängt und seit letztem Sommer war einfach alles wieder so präsent. Ich habe das Buch “Ich bin dann mal weg” von Hape Kerkeling gelesen, den Film “Dein Weg” angeschaut und die Sehnsucht und der Wunsch wuchs immer weiter.  Nach unserem Urlaub habe ich

angefangen sonntags zu Wandern. Einfach um mal raus aus der Spirale zu kommen und man ganz für mich zu sein! Ich merkte schnell, dass die Zeit draußen in der Natur, ganz für mich alleine und ohne Lärm und Zwänge mir so unglaublich gut tat. Also fragte ich meinen Freund, ob wir nicht unseren nächsten Urlaub mal zu einem Wanderurlaub machen und einen Teil des französischen Jakobsweg laufen. Er war einverstanden und fand die Idee sehr gut.

Ein neuer Weg ist immer ein Wagnis. Aber wenn wir den Mut haben los zugehen, dann ist jedes Stolpern und jeder Fehltritt ein Sieg über unsere Ängste, über unsere Zweifel und Bedenken.

Vor kurzem habe ich das Buch “Und morgen Santiago” von Samira Mousa gelesen. Sie hat über Ihren Weg auf dem Camino del Norte geschrieben. Dieses Buch hat mich noch einmal in meinem Wunsch und meinem Vorhaben bestärkt, denn auch Samira hat Multiple Sklerose. Wirklich bewundernswert, wie sie den Weg mit der MS bestritten hat.

Jetzt habe ich 6 Wochen Zeit bevor in in den neuen Job starte und kann mir Zeit für mich nehmen und diesen Traum verwirklichen! Ich habe meinem Freund gesagt, dass ich in dieser Zeit den Jakobsweg nach Santiago gehen möchte. Er hat mich vom ersten Tag an bei der Planung unterstützt. Wir haben Rucksäcke getestet, waren Outdoorkleidung kaufen und haben die Anreise geplant. Diese Woche haben wir unsere Flüge nach Toulouse gebucht. Dort werden wir noch ein paar Tage gemeinsam im Ferienhaus verbringen und dann werden wir nach Saint Jean Pied de Port fahren, von wo aus ich meinen Weg starte. Sicher wird es ein schwerer Abschied, da wir noch nie so eine lange Zeit getrennt waren, aber ich möchte diese Erfahrung einfach erleben und er hat vollstes Verständnis dafür.

Oft liegt das Ziel nicht am Ende des Weges, sondern irgendwo an seinem Rand

Aber wie das bei vielen Dingen im Leben ist, gab es auch einigen leichten Gegenwind. Viele haben nicht geglaubt, dass ich das mache und waren skeptisch, bis ich zu die Einladung zu meiner Geburtstags-Abschieds-Party versendet habe. Ich habe viele Gespräche über mein Vorhaben geführt und warum ich das mache. Die schlimmste Aussage, die mich sehr getroffen hat war: “Meinst du nicht, dass du eher einen Psychologen aufsuchen solltest?” Ich war schon sehr schockiert und wusste nicht was ich sagen soll.

Ich mache das für mich, um viele Dinge zu verarbeiten die in den letzten Jahren passiert sind, meine Krankheit, die Scheidung meiner Eltern, die beinahe Trennung von meinem Freund, der Verlust von Freundschaften und vieles vieles mehr.  Der Alltag lässt nicht viel Raum um solche Dinge zu verarbeiten. Alles läuft so schnell und muss funktionieren. Da bleibt keine Zeit für Grübelei! Ich möchte mir klar werden, was in meinem Inneren passiert, was diese Ereignisse mit mir angestellt haben, wie ich damit umgehe und ich möchte viele neue positive Dinge aus dieser Reise ziehen! Ich möchte gelassener werden, glücklicher und ausgeglichener.

Der JakobsWeg ist eine Reis zu mir selbst.

Ich bin wirklich schon sehr aufgeregt und würde am liebsten direkt nach Santiago marschieren, leider muss ich noch 6 Wochen arbeiten bevor es endlich los geht.

Natürlich werde ich euch in der Zeit auf dem Laufenden halten und auch der Blog wird zwischenzeitlich gefüllt werden, denn ich habe ein paar Beiträge für euch vorbereitet und zwei Gastblogger habe ich auch für euch. Seid gespannt. Wie es mir auf dem Weg ergeht, könnt Ihr bei Instagram oder Facebook verfolgen.

 

3 Kommentare zu “Der Weg ruft – Santiago ich komme!”

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