Heute geht es weiter mit dem 2. Teil der Anti-Entzündungs-Ernährung. In der Einführung haben wir uns ja bereits mit dem allgemeinen Teil von Entzündungen beschäftigt. Heute gehen wir etwas tiefer in die eigentliche Ernährung.

Welche Lebensmittel lösen Entzündungen aus und mit welchen Lebensmittel können wir Entzündungsprozessen gegensteuern.

Ernährung bei Multiple Sklerose: Immunabwehr stärken und Entzündungen eindämmen

Mit einer antientzündlichen Ernährung sollten wir versuchen, unser Immunsystem zu stärken und das Entzündungsgeschehen, welches nicht den natürlichen Heilungsprozessen dient, zu minimieren. Außerdem ist es Vorteilhaft, für mehr gute Darmbakterien zu sorgen, denn unser Immunsystem wird sehr stark durch die Darmgesundheit beeinflusst. Probiotika und Präbiotika können uns bei der Gesundhaltung des Darms unterstützen. Probiotika kommen in milchsauren Lebensmitteln vor, bspw. Kefir, Buttermilch, Joghurt oder Sauerkraut. Präbiotika sind unverdaubare Bestandteile von Lebensmitteln, die das Wachstum und die Aktivität der Bakterien im Dickdarm fördern. Eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten und Gemüse reicht bei gesunden Menschen aus, um die Darmflora aufrecht zu halten. Wir können unsere Darmgesundheit fördern, in dem wir vermehrt auf präbiotische Lebensmittel zurückgreifen: Chicorée, Topinambur, Zwiebeln, Knoblauch, Schwarzwurzeln, Artischocken und Bananen.

Quelle: NDR

Arachidonsäure – Reizstoffe für Körper und Gelenke

Man hört immer wieder davon, dass viele MS Patienten sich vegetarisch oder sogar vegan ernähren. Einige tun dies aus ethischen Gründen, bei anderen liegt es an der Tatsache, dass in Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln die entzündungsfördernde Arachidonsäure enthalten ist. Neben tierischen Produkten kann der Körper die Arachidonsäure aber auch aus ungesättigten pflanzlichen Fettsäuren selbst bilden. Die Arachidonsäure zählt zu den Omega-6 Fettsäuren und fördert Entzündungsprozesse im Körper. Einen hohen Anteil an Omega-6 Fettsäuren befinden sich beispielsweise in Schweinefleisch.

Pflanzliche Öle: Die Auswahl der richtigen Öle ist entscheidend!

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Körper aus Linolsäure (ebenfalls eine Omega-6 Fettsäure) selbst Arachidonsäure herstellen kann. Damit sind pflanzliche Öle, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten sowie einen hohen Anteil an Linolsäure, wie Distel-, Sonnenblumen- und Maiskeimöl, mit Vorsicht zu genießen.

Omega-3

Dies bedeutet nicht, dass alle ungesättigten Fettsäuren entzündungsfördernd wirken.  Öle mit einem hohen Anteil Alpha-Linolensäure, die zu den entzündungshemmenden Omega-3 Fettsäuren gehört, verhindern dagegen die Umwandlung der Linolsäure in Arachidonsäure und sind daher zu bevorzugen. Daher sollten mehr Raps- und Leinöl verwendet werden.

 

Durch die tägliche Einnahme von Fischöl kann das Entzündungsgeschehen im Körper noch weiter reduziert werden, denn das darin enthaltene EPA (Eicosapentaensäure) blockiert die Umwandlung der Arachidonsäure in schädigende Entzündungsbotenstoffe. In einem Artikel von Prof. Dr. med. Olaf Adam wird eine Supplementierung mit EPA, bei unzureichendem Fischverzehr empfohlen. Zu Beginn der Nahrungsergänzung 900 mg/Tag, nach 3 Monaten 300 mg/Tag.

Tipp: Ich verwende derzeit das Produkt Omega-3 1400 von Queisser Pharma

Diese Lebensmittel enthalten sehr viel Arachidonsäure
  • Schweineschmalz: 1.700 mg/100 g
  • Schweineleber: 870 mg/100 g
  • Eigelb: 210 mg/100 g
  • Schinkenspeck: 250 mg/100 g
  • Leberwurst: 230 mg/100 g
  • Geflügelschenkel: 170 mg/100 g
  • Schinken: 130 mg/100 g
  • Fleischwurst: 120 mg/100 g
  • Schweinefleisch: 120 mg/100 g
  • Butter: 110 mg/100 g
  • Salami: 100 mg/100 g

Quelle: Gesundheitswissen

Industriezucker – der unsichtbare Entzündungsauslöser

Unsere Ernährung ist geprägt von industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln, die sehr oft große Mengen an raffiniertem Zucker enthalten. Dieser sogenannte Antinährstoff versorgt unseren Körper mit keinen Vitaminen, Mineralstoffen oder anderen nützlichen Dingen sondern ist ein regelrechter Nährstoffräuber. Klinischen Studien zufolge reicht bereits ein Teelöffel Zucker täglich aus um chronische Entzündungen zu entwickeln und zu fördern.

Wie bei allem ist wieder zu sagen, die Menge macht das Gift. Natürlich möchte ich auch ich nicht auf ein Stück Schokolade oder mal ein Eis im Sommer verzichten, aber ich schaue bei vielen Nahrungsmitteln sehr genau auf die Zutatenliste und vermeide Lebensmittel, bei denen Zucker zugesetzt ist. Ausnahmen mache ich bei meinen Lieblings Gewürzmischungen, da dort der Zuckeranteil sehr gering ausfällt und auch die verwendete Menge. Eine sehr gute Alternative ist Kokosblütenzucker!

Quelle: Zentrum der Gesundheit

Ernährung bei Multiple Sklerose – Mit den richtigen Lebensmitteln Entzündungen entgegenwirken

Aber jetzt mal zur Empfehlung, wenn du dich anti entzündlich ernähren möchtest. Dies sind nur Beispiele und keine allgemein gültige Empfehlung. Jeder sollte für sich ausprobieren was ihm gut tut und was nicht. Beispielsweise könnte ich nicht auf Fleisch verzichten. Ich versuche aber Fleisch in meinem Ernährungsplan zu reduzieren und wenn, in guter Qualität zu kaufen, oft auch in Bioqualität.

Obst und Gemüse sind leckere Entzündungshemmer

Bei einer Anti-Entzündungs-Ernährung dürfen wir reichlich Obst und Gemüse zu uns nehmen. Denn pflanzliche Nahrung ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, die entzündungshemmend in unserem Körper wirken. Außerdem liefern Obst und Gemüse viele Vitamine und Mineralstoffe.

Spinat und Brokkoli gehören in jedem Fall in eine entzündungshemmende Ernährung. Spinat liefert gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe, wie bspw. Carotinoide und Flavonoide, welche  eine entzündungs- und krebshemmende Wirkung zeigen. Auch Brokkoli ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, die entgiften und die Auswirkung von Allergenen im Organismus drosseln. Auch wegen des hohen Anteils an entzündungshemmendem Vitamin C, sollte Brokkoli auf deinem Speiseplan stehen.

Dass man bei Erkältungen auf Zwiebel als natürliches Hausmittel setzt, hat sicher jeder schon einmal gehört und auch ausprobiert. Zwiebeln dienen nicht nur als Würzmittel, sondern haben auch heilende Kräfte. Reich an Vitamin C und Kalium enthalten sie auch viele Flavonoide (sek. Pflanzenstoffe), die entzündungshemmend und anti allergisch wirken.  Auch Knoblauch trägt mit seiner speziellen, gesundheitsfördernden Schwefelverbindung zur Stimulation des Schutzmechanismus des Immunsystems bei.

Ein paar tolle antientzündliche Rezepte gibt es in einem Gastbeitrag von Samira.

Kirschen, Papaya und Blaubeeren als natürliche Entzündungshemmer

Kirschen sollen zehnmal wirksamer sein als Aspirin und somit der wirksamste Entzündungshemmer der Natur. Dafür verantwortlich ist ein Flavonoid, das nicht nur anti oxidativ wirkt, sondern auch als natürliches Schmerzmittel gilt. Aber auch Papaya und Blaubeeren haben eine entzündungshemmende und anti oxidative Wirkung auf unseren Organismus.

Weitere Obstsorten, voller entzündungshemmender Antioxidantien sind u.a. Sanddorn, Hagebutte, Kiwi, schwarze Johannisbeere, Apfel, Pflaume, Grapefruit, Wassermelone, Himbeere, Brombeere, Erdbeere, Granatapfel,

Fermentierte Lebensmittel liefern einen hohen Anteil an Probiotika.

Fermentiertes Gemüse bringt unsere Darmflora wieder ins Gleichgewicht und stärkt die darmeigenen Abwehrkräfte. Du kannst als ruhig öfters zu frischem Sauerkraut, Tofu, Kimchi und Miso greifen. Bei frisch fermentierten Lebensmitteln ist ein hoher Gehalt an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen vorhanden, die anti oxidativ wirken. Daher lieber frisch kaufen und nicht aus dem Glas 😉

Bei fermentierten Milchprodukten solltest du dagegen vorsichtig sein, da sie Arachidonsäure enthalten. Außerdem kann das hohe Maß an Milchsäurebakterien zu einer Übersäuerung des Körpers führen und wiederum Entzündungen begünstigen.

Hier findet ihr ein Rezept für selbstfermentiertes Gemüse.

Kräuter und Gewürze als Heilpflanze für die Küche

Eines der bedeutendsten Gewürze mit einer entzündungshemmenden Wirkung ist das Kurkuma. Besonders der natürliche Farbstoff Kurkumin soll gegen akute chronische Entzündungen wirken. Durch seine anti oxidative Wirkung, verhindert es auch die Oxidation von Cholesterin und damit die Entstehung einer Arteriosklerose. Das kleine Wundermittel hilft auch bei der Prävention von vielen weiteren Krankheiten, wie Schlaganfall und Herzinfarkt, Alzheimer, Krebs, Darmer- und Atemwegserkrankungen. Wichtig beim Kauf von Kurkuma, auf Bioverfügbarkeit achten.

Bei mir zu Hause gibt es öfter einmal die Goldene Milch mit frischem Kurkuma, verschiedenen Gewürzen und Mandelmilch. Ein tolles Rezept gibt es hier: YouTube

Ein weiteres tolles Gewürz ist Ingwer. Aus meiner Küche nicht mehr weg zu denken. Egal ob heißer Ingwer am Morgen oder zum Würzen beim kochen, er kommt fast täglich auf meinen Speiseplan. Ingwer gilt in der chinesischen Medizin als auch in der indischen Ayurveda Medizin schon seit Jahrhunderten als Heilmittel. Er ist reich an ätherischen Ölen und Gingerolen, die entzündungshemmend wirken. Außerdem aktivieren sie die Darmtätigkeit und wirkt schmerzlindernd.

Die Anzahl der entzündungshemmenden Heilkräuter ist groß, denn sie sind reich an anti oxidativen, antibakteriellen und antiviralen Inhaltsstoffen. Vor allem ätherische Öle, Polyphenole, Flavonoide und Gerb- und Bitterstoffe tragen zu ihrer heilenden Wirkung bei. Ihr könnt Sie als Würzmittel im Essen verwenden, aber auch Tees daraus zubereiten. Heil- und Gewürzkräuter sind bspw. AloeVera, Bärlauch, Brennnessel, Dill, Ingwer, Johanniskraut, Kamille, Kurkuma, Leinkraut, Nachtkerze, Ringelblume, Salbei, Schafgarbe, Thymian und Waldmeister

Eine Liste entzündungshemmender Lebensmittel gibt es bei den Ernährungs-Docs.

Wasser, das Elixier des Lebens

Eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit – bestenfalls Wasser – für den Organismus ist von zentraler Bedeutung. Schadstoffe und entzündungsfördernde Gifte können ausgeleitet und die Nieren und Harnwege durchgespült und entgiftet werden. Sehr gut kann mann das Wasser mit Zitronensaft aufpeppen, denn auch Zitronen haben eine entzündungshemmende Wirkung.

Quellen: Zentrum der Gesundheit; JuvalisGesundheits Fakten

 

Die vielen Recherchen zu diesem Thema haben viel Nachdenken in mir geweckt. Bereits vor meiner Auszeit auf dem Jakobsweg habe ich mir über die Umstellung schon viele Gedanken gemacht und werde das jetzt angehen. Vieles wird vom Speiseplan verbannt, oder auch reduziert. Vor allem habe ich sehr viele Kuhmilchprodukte zu mir genommen und habe jetzt meinen Konsum reduziert und auf pflanzliche Produkte umgestellt. Im Kühlschrank ist jetzt nur noch etwas Käse vorhanden. Darauf möchte ich aber auch nicht verzichten. Aber eben seltener.

Habt ihr schon Erfahrungen mit einer Ernährungsumstellung gemacht oder ernährt ihr euch sogar schon Antiviral? Lasst mich und meine Leser an euren Erfahrungen teilhaben – Ich freu mich auf eure Kommentare!

8 Kommentare zu “MS Ernährung: Die Anti-Entzündungs-Ernährung (Teil 2)”

  1. Durch meine Diagnose der MS im Januar 2018 habe ich mich schnell und intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Zwei Monate lang habe ich mich ganz nach Terry Walsh ernährt (und andere Autoimmunprotokoll-Bücher). Dann bin ich auf paleo umgeschwenkt. Es gibt also – mit sehr, sehr wenigen Ausnahmen – keinen Industriezucker, keine gluten, so gut wie keine Kohlenhydrate durch Getreide und überhaupt keine Laktose mehr bei mir im Speiseplan.
    Viel, viel Gemüse und Beeren, Kokosmilch, Mandelmilch, eingelegte Nüsse, Fisch und etwas Fleisch vom (Bio-)Metzger. Da bei mir noch die Angst vor der Krankheit sehr präsent ist, halte ich mich meist sehr konsequent an diese Ernährung. Es fällt mir aber auch nicht mehr wirklich schwer. Natürlich ist es aufwändiger und ja, auch teurer, aber ich fühle mich wohl dabei.
    Ob es mir gesundheitlich hilft, kann ich nicht einschätzen. Ich habe aber im Januar für mich entschieden, dass ich als erstes die Ernährung im Griff haben kann.

    1. Hallo Julia,

      danke für deinen Kommentar. Da hast du ja wirklich sehr schnell reagiert und deine Ernährung komplett umgekrempelt. Ich finde es toll, dass du diesen Schritt gegangen bist. Wenn Paleo für dich der Richtige und passende Weg ist, dann mach weiter so. Ich glaube, dass es nicht nur einen weg zum Ziel gibt und das jeder seinen eigenen finden muss. Aber auszuprobieren ist ein Anfang! Ich drück dir die Daumen, dass alles weiter gut läuft. Ich freue mich bald wieder von dir zu hören. Liebe Grüße Jule

  2. Super Sache! Bin seit Jahresbeginn in das Thema regelrecht hineingekippt
    Ich habe früher schon nicht besonders viel Fleisch gegessen, achte aber jetzt noch mehr auf eine Ernährung mit Gemüse und Obst und antientzündlichen Zutaten. Industriezucker ist gänzlich verbannt, genau so wie Fertigessen und Fastfood. Der positive Effekt lässt noch auf sich warten, aber ich will auf jeden Fall dabei bleiben. Es ist für mich fast eine Challenge gegen mich selbst, wie konsequent ich das durchziehen kann.

    1. Hallo Joe,
      Es ist toll zu hören, dass du daraus eine Challange machst 🙂 Ich hoffe das motiviert dich zusätzlich am Ball zu bleiben. Zum Thema Zucker gibt es auch einen Beitrag, der wirklich lesenswert ist. Probiere aus was die gut tut und gönne dir auch ab und zu mal etwas. Die Menge macht das Gift! Ich drück dir die Daumen, dass du deine Challange gewinnst! Liebe Grüße Jule

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