Ich freue mich, euch heute einen weiteren Beitrag in der Serie “MS Therapie” veröffentlichen zu können. Danke liebe Regina, dass du dir Zeit genommen hast über deine Therapie mit Ocrevus zu berichten.

MS Therapie: Ocrevus

Ich bin Regina, 29 Jahre und habe die Diagnose Multiple Sklerose seit 2014. Ich habe mit Betaferon gestartet und habe es fast zwei Jahre gespritzt, aufgrund von Schüben habe ich zu Gilenya gewechselt, Gilenya habe ich ungefähr anderthalb Jahre genommen, dann hatte ich einen schweren Schub. Da meine Sehnerven stark geschädigt sind, wurde mir von meiner behandelnden Neurologin und meinem Augenarzt empfohlen die Therapie umzustellen. Durch ein Makulaödem (Seltene Nebenwirkung von Gilenya) könnte mein Augenlicht gefährdet werden. Ich habe zusammen mit meiner behandelnden Neurologin die Medikamente durchgesprochen und wir sind gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, das zur Zeit Ocrevus für mich am besten geeignet ist.

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Ich wurde sehr gut aufgeklärt, sowohl über Nebenwirkungen als auch über nötige Voruntersuchungen. Ich hatte Glück und musste keine Impfungen auffrischen. Alle waren vorhanden und ich habe einen ausreichenden Varizellentiter (Windpocken). Hepatitis, HIV oder eine andere akute Infektion und Schwangerschaft wurde in einer Voruntersuchung ausgeschlossen. Es wurde auch ein normales Blutbild gemacht. Die Voruntersuchungen und die Kontrollen während der Therapie variieren von Arzt zu Arzt. Über einen genauen Standard bin ich nicht Informiert worden. Während der Therapie werden regelmäßig MRTs und Blutkontrollen gemacht.

Ocrevus ist weniger Aufwendig als eine BT mit Injektionen oder Taletten

Ocrevus wird zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose mit aktiver Erkrankung angewendet. Außerdem bei Patienten mit früher primär progredienter MS (PPMS), die sich anhand der Krankheitsdauer und dem Grad der Behinderung zeigt. Ocrevus enthält den Wirkstoff „Ocrelizumab“, bei dem es sich um einen bestimmten Eiweißtyp handelt. Diese „monoklonalen Antikörper“ wirken, indem sie sich an bestimmte Zielstrukturen im Körper binden. Der Wirkstoff Ocrelizumab ist das erste Arzneimittel, das die Zulassung zur Therapie der Primär Progredienten Multiplen Sklerose geschafft hat. Weitere Informationen zu Ocrevus.

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Ich nehme Ocrevus nun seit März 2018. Ocrevus wird als Infusion verabreicht. Die erste Gabe wird aufgeteilt in 2 Einheiten innerhalb von 14 Tagen, danach alle 6 Monate. Das war auch mit ein Grund für meine Entscheidung, denn ich habe eine Tablette weniger und muss nicht wieder mit Spritzen anfangen. Die Infusion wird über ein Infusomaten gegeben, dieser wird auf 40ml/h anfangs gestellt, alle 30 Minuten wird um 40ml /h erhöht bis die Laufrate mit 200ml/h erreicht wird. Insgesamt dauert die Gabe ungefähr 5 Stunden. Da Ocrevus sehr teuer ist, wird es erst angefordert wenn man vor Ort ist und klar ist, dass es wirklich verabreicht wird.

Es muss auch ungefähr eine Stunde zwischen Vormedikation und Infusion liegen. Vorher wird Kortision, ein Antiallergikum (z.B Cetirizin) und etwas gegen Schmerzen (z.B. Ibuprofen) verabreicht. Die Vormedikation wird gegeben um Infusionsreaktionen vorzubeugen, wie z.B.  Hautreaktionen und Kopfschmerzen. Danach bleibt man noch ca 30-60 min zur Beobachtung.

Nebenwirkungen in Form von Infekten, können bei Ocrevus häufiger auftreten

Ich wurde über mehrere Nebenwirkungen aufgeklärt. Es können unter anderem Infekte auftreten in Form von bspw. Bindehautentzündung oder Infekte der Oberen Atemwege, Veränderungen des Blutbildes oder Infusionsreaktionen.

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Ich habe keine bis jetzt selbst keine Nebenwirkungen bemerkt, ich war nur nach der Infusion und am Tag danach müde. Die Müdigkeit wird wahrscheinlich auch vom Antiallergikum verstärkt. Ich hatte während den Infusionen Heißhunger, ich habe mir also immer was zu Essen mitgenommen.

Ich bin seit der Immunadsorption, die im Rahmen des schweren Schubes gemacht worden ist schubfrei und das ist auch unter Ocrevus so geblieben.

 

 

 

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