Da war er wieder, der Moment in dem der Neurologe mir die Überweisung für das jährliche Kontroll MRT in die Hand drückt. Ein Moment, der mir jedes mal wieder einen Schauer über den Rücken treibt. Auch wenn man schubfrei ist, sich gerade gut fühlt und glaubt alles im Griff zu haben, überkommt einen doch ein komisches Gefühl. Zweifel ob man im letzten Jahr alles richtig gemacht hat, ob man sich geschont hat und sich nicht zu viel Stress zugemutet hat. Also machte ich meinen Termin im November und musste noch 2 Monate warten, bis ich Gewissheit hatte.

Nach meinen letzten Schüben, legten mir die Ärzte nahe ein Basistherapie zu machen. Nach meiner ersten BT mit Interferon, war ich so niedergeschmettert und körperlich richtig fertig, dass ich 2,5 Jahre ohne BT durchgehalten habe. zwar hatte ich jedes Jahr einen leichten Schub, aber damit konnte ich leben. Im September und dann gleich wieder im Dezember 2016 wurde ich dann von 2 Schüben überrannt. Nach einer Sehnerventzündung wollte ich nun einem anderen Medikament eine Chance geben. Ich komme mit dem Spritzen gut zurecht und muss sagen, dass ich bis auf ein paar Verhärtungen keine Nebenwirkungen habe. So lange es mir hilft schubfrei zu bleiben mache ich weiter.

Monate, Wochen, Tage, Stunden und Minuten – warten auf die Gewissheit, dass alles gut ist.

Als der Termin näher rückte wurde ich schon sehr nervös. Viele Gedanken kreisten in meinem Kopf. Habe ich vielleicht Anzeichen nicht bemerkt? Habe ich alles richtig gemacht? Wie würde es sein, wenn der Arzt mir sagt, dass ich neue Läsionen habe? Ich glaube bei meinen letzten Schüben, bei denen in der Klink auch immer ein MRT gemacht wurde, habe ich solche Aussagen nicht so ernst genommen. Vielleicht weil es mir in diesem Moment schlecht ging und ich eigentlich nichts anderes erwartet habe. Aber nun? Jetzt geht es mir gut, ich fühle mich fit und gesund. Wenn ich es nicht besser wüsste…

Heute war es also soweit, mein Kontroll MRT stand bevor. Die Nacht war echt bescheiden und auf dem Weg von der Arbeit zum Neurologen kullerten sogar einige Tränen meine Wangen herunter. Ich weiß auch nicht was mit mir los war. Ich war so unruhig und nervös. Aber was hatte ich zu befürchten? Klar, die letzten Wochen waren echt stressig. die Vorarbeiten für den Umzug und auch noch die Arbeiten am neuen Haus. Auf der Arbeit ging es gerade wegen eines großen Projekts auch etwas drunter und drüber, aber eigentlich fühlte ich mich nicht gestresst oder überfordert.

Keine neuen Läsionen und schubfrei seit 2016!

“Sieht alles sehr gut aus, sie haben keine neuen Läsionen!” Welch beruhigenden Worte und ein riesen Stein der mir vom Herzen fiel. Ich war wirklich happy diese Worte vom Radiologen zu hören. Mit meiner CD in der Hand durfte ich nun nach Hause. Ich freute mich, diese tolle Nachricht zu Hause zu verkünden und auch euch bei Instagram und Facebook daran teilhaben zu lassen.

“Sieht alles sehr gut aus, sie haben keine neuen Läsionen!” Welch beruhigenden Worte und ein riesen Stein der mir vom Herzen fiel. Ich war wirklich happy diese Worte vom Radiologen zu hören. Mit meiner CD in der Hand durfte ich nun nach Hause. Ich freute mich, diese tolle Nachricht zu Hause zu verkünden und auch euch bei Instagram und Facebook daran teilhaben zu lassen.

schubfrei

Was aber habe ich in den letzten 2 Jahren verändert? Was habe ich getan, dass es mir wieder so gut geht? 2017 hatte ich zwar ein paar kleine Rückschläge – der Job hat mir ziemlich zugesetzt und ich bin oft weinend und total fertig nach Hause gefahren. Nicht nur psychisch, sondern auch körperlich war der Job eine Herausforderung. Ich saß bis zu 2,5 Stunden am Tag im Auto. Kam total müde und kaputt zu Hause an. Konnte mich kaum zum Sport aufraffen. Zum Glück habe ich hier für mich den Absprung geschafft. Es hat mir einfach nicht gut getan in der Firma weiter zu arbeiten. Ich war davon überzeugt, dass mich dieser Job irgendwann in die Arme meine MS werfen wird und sich mein gesundheitlicher Zustand verschlechtern wird.

2 Jahre bin ich nun schubfrei und ohne Krankheitsaktivität!

Ende 2017 habe ich dann den Absprung geschafft. Ich habe gekündigt. Ich konnte dies meiner Gesundheit nicht mehr zumuten. Ich glaube ab da ging es dann noch einmal bergauf. Ich fühlte mich richtig gut. Mit dem neuen Job in der Tasche packte ich meinen Rucksack und verschwand auf den Jakobsweg! Neben der Kündigung, war dies die beste Entscheidung, die ich seit langem getroffen habe. Ich konnte mich richtig erholen, frei machen von allem Stress und negativen Gedanken. Ich habe die Zeit genutzt um wieder zu mir selbst zu finden und wieder ein Gefühl für die schönen und wundervollen Dinge in meinem Leben zu bekommen.

Der Jakobsweg hat mir so viel gegeben und ich weiß, dass er mein Leben besser gemacht hat. Sei es mit den Menschen, die er in mein Leben gebracht hat oder das neue Bewusstsein, dass er in mir geschaffen hat. Die Zeit hat mich ruhiger und gelassener gemacht und so schnell bringt mich nichts mehr aus der Ruhe. Ich trete stressigen und auch negativen Situationen ganz anders gegenüber. Ich glaube das macht viel aus. Unser Verhalten hat sehr großen Einfluss auf unser Stressempfinden.

Gelassenheit, Sport und gesunde Ernährung – der Schlüssel zur Gesundheit?

Nach dem Jobwechsel habe ich auch wieder mehr Zeit gefunden Sport zu machen. Regelmäßiges Training gehört für mich eben so zum Alltag wie morgens zur Arbeit zu gehen. Auch wenn nicht immer Zeit war für ein ausgiebiges Training, so habe ich wenigstens versucht mich 20 bis 30 Minuten auf den Heimtrainer zu setzten und etwas Fahrrad zu fahren. In Bewegung zu bleiben und mich abends mal etwas auszupowern gibt mir ein ganz tolles Gefühl. Zwar ist der Sport seit Oktober etwas zu kurz gekommen, dafür haben wir aber viel körperlich geschafft bei unserem Hausbau. Und da uns jetzt 3 Stockwerke zur Verfügung starten wir schon sportlich in den Tag.

Außerdem habe ich meine Ernährung noch einmal optimiert und weiterentwickelt, wenn man das so sagen kann. Ich habe angefangen genauer zu schauen wo meine Lebensmittel her kommen. Natürlich ist nicht alles in der Region oder in Deutschland zu finden aber man kann schon schauen was man an Obst und Gemüse zu sich nimmt. Bewusster einzukaufen und zu essen hat mir eine ganz andere Art zu genießen gegeben. Ich habe richtig Freude daran einzukaufen und zu kochen. Vor einem Jahr noch habe ich einkaufen und kochen eher als eine Last empfunden, weil es mir viel Zeit meines Tages geraubt hat. Heute weiß ich aber, dass ich mich besser fühle, wenn ich gute und frische Produkte auf meinem Speiseplan habe.

Schubfrei ins neue Jahr – 2019 wird großartig!
schubfrei

Trotz der stressigen Zeit mit dem Hausbau und dem Umzug habe ich alles überstanden ohne mir zu viel zuzumuten. Ich habe mir Auszeiten geschaffen und mich einmal nur auf mich konzentriert. Ich fand es richtig auch ml zu sagen, dass ich einen Tag mal nicht auf der Baustelle rumhüpfe, auch wenn der Zeitdruck recht groß war. Aber was bringt mir ein schönes neues Heim, wenn ich mit einem Schub in der Klinik liege oder vor Erschöpfung morgens kaum aufstehen kann. Stattdessen schalte ich lieber einen Gang zurück, mache was mir gut tut und kann mich freuen nun 2 Jahre schubfrei zu sein!

2019 hält sicher großartiges für uns bereit!

2 Kommentare zu “MS-Life: 2 Jahre Schubfrei!”

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