Heute habe ich noch einen Nachzügler zu unserer Serie “MS-Therapie”. Es wurde ja schon über einige Medikamente wie Copaxone, Gilenya und Ocrevus berichtet. Bei einem Facebook Beitrag bin ich über einen Kommentar von Jessi gestolpert. Promt habe ich sie angeschrieben und gefragt ob sie nicht über Ihre Erfahrungen mit Plegridy berichten möchte.

MS Therapie: Meine Erfahrungen mit Plegridy

Hallo ihr lieben, mein Name ist Jessi, bin 30 Jahre alt und lebe in der Nähe von Bamberg. Meine MS-Diagnose habe ich im Februar 2016 erhalten.

Angefangen hat es damit, dass sich im Dezember 2015 Lähmungen im Gesicht bemerkbar machten. Außerdem hatte ich Sprachstörungen, die ungefähr 2 Wochen anhielten. Glücklicherweise sind diese dann ohne medikamentöse Behandlung wieder zurück gegangen. Sie waren also genau so plötzlich verschwunden wie sie aufgetreten waren.

Plötzlich hatte ich Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen

Die Ärzte stellten mich auf den Kopf, wollten sich aber lange Zeit nicht mit einer Diagnose festlegen. Es ist leider viel zu oft so, dass die endgültige Diagnose einen lange im ungewissen lässt. Es wurden einige MRT Aufnahmen gemacht und beinahe noch eine OP angesetzt. Doch diese wurde dann abgesagt, weil die Ärzte sich nicht sicher waren. Dann erfolgte eine Nervenwasser Entnahme, die dann die Gewissheit und auch die Diagnose mit sich brachten. Es stand also fest, ich habe MS!

Ich begann gleich eine Basistherapie mit Betaferon Extavia. Vor der ersten Einnahme hatte ich einen Termin bei einer MS Schwester. Sie hat mir die Anwendung der Spritzen genau gezeigt und mir erklärt was ich beachten muss. Seit dem musste ich alle 2 Tage die Injektion mit Extavia machen. Leider hatte ich verschiedenste Nebenwirkungen. Vor allem Grippesymptome und Hautirritationen machten sich bemerkbar. Ab und zu wurde sogar mein rechter Fuß ganz heiß. Das Schlimmste jedoch war, wie mein Körper durch das viele Spritzen aussah. Die Einspritzstellen konnten sich gar nicht erholen und ich entschied mich für eine andere Therapie.

Durch das regelmäßige spritzen, konnte sich das Gewebe nicht mehr erholen, ich musste Extavia absetzen.

Ich entschied mich für eine neue Therapie. Ab diesem Zeitpunkt nahm ich Plegridy. Plegridy wird mit einer Dosis von 125 µg alle 2 Wochen unter die Haut gespritzt. Es wird bei der Behandlung der schubförmig-remittierenden MS (RRMS) eingesetzt. Plegridy kann Krankheitsschübe reduziert und das Fortschreiten der vorhandenen Behinderung bremsen.

Jetzt muss ich mich nur noch alle 2 Wochen spritzen. Damit komme ich viel besser zurecht und meiner Haut geht es dadurch auch besser. Natürlich gibt es auch bei Plegridy Nebenwirkungen. Welches Medikament kann schon behaupten ohne Nebenwirkungen zu sein?Manchmal habe ich Gliederschmerzen, Müdigkeit, Flush’s im Gesicht, auch manchmal Schüttelfrost und Hitzeschübe. Bei einem Flush wird die Haut im Gesicht, Hals und im Dekolleteé ganz rot und heiß, wie ein Sonnenbrand. Das dauert dann so ca. 30-40 Minuten, dann ist alles wieder gut.

Flush unter Plegridy – nach 30 Minuten ist alles überstanden.

Ich fühle mich mit der MS Therapie unter Plegridy besser. Jedes Jahr muss ich zur MRT Kontrolle und es wird geschaut ob neue Läsionen entstanden sind. Bis jetzt läuft die Therapie gut. Ich bin guter Hoffnung, dass Plegridy für mich das richtige Medikament ist.

Weiter Infos zu Plegridy findet ihr hier.

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