Was ist das Lhermitte-Zeichen?

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Hast du schon mal nach einem Schub diese Blitze gespürt, die durch den ganzen Körper bis in den kleinen Zeh zucken, wenn du den Kopf nach vorne neigst? Diese kleinen Impulse, die immer und immer wieder durch dich hindurch zucken, wenn du den Kopf in einer bestimmten Haltung hast? Diese Blitze oder kleinen elektrischen Impulse nennt man Lhermitte-Zeichen.

Lass dir erklären, was genau das Lehermitte-Zeichen ist und was du dagegen tun kannst. Das Lhermitte-Zeichen, auch Nackenbeugzeichen genannt, ist ein klinisch Zeichen. Es wird durch neurologische Tests identifiziert und bestätigt wird. Das Lhermitt’sches Phänomen wurde nach Jacques Jean Lhermitte (1877 – 1959), einem französischen Neurologen und Psychiater benannt. Bei der klinischen Untersuchung wird der Kopf des Patienten leicht nach vorne gebeugt. Zucken nun elektrische Blitze durch den Körper, ist der Test positiv zu bewerten. Diese elektrischen und oft schmerzhaften Impulse können auch entstehen, wenn der Patient selbst den Kopf in eine bestimmte Position bringt.

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Beim Lhermitte-Zeichen fühlt es sich an, als würden Blitze durch deinen Körper zucken

Das Lhermitte-Zeichen entsteht durch die Dehnung der Hirnhäute im Bereich der Wirbelsäule. Diese sind sehr schmerzempfindlich. Es kommt sehr häufig bei Multipe Sklerose vor. Es muss nicht immer ein MS-Schub vorausgegangen sein. Dieses unsichtbare Symptom kann wiederholt auftreten und unterschiedlich lange anhalten, von ein paar Tagen bis Wochen. Wenn das Lhermitte-Zeichen bei MS auftritt ist oft eine Läsion in der Halswirbelsäule die Ursache. Es kann aber auch auftreten, wenn du Besuch von Herrn Uhthoff bekommst.

Ich war auch schon einmal vom Lhermitte Zeichen betroffen. Damals hatte ich einen Schub mit einer Läsion in der HWS. Es hat ca. 2 Monate gedauert, bis es vollständig verschwunden war. Ich habe es oft beim Sport gemerkt und manchmal auch beim Autofahren. Aber es hat sich komplett wieder zurück gebildet.

Was kannst du also gegen das Lhermitte-Zeichen tun? Du kannst mit ganze einfachen Maßnahmen versuchen den Heilungsverlauf zu unterstützen und den Zeitraum zu verkürzen.

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  • Elektrische Stimulationsgeräte: Durch diese Therapie werden kleine Stromstöße duch den Körper und damit durch die Nervenbahnen geleitet. Dies wird oft bei der Schmerztherapie eingesetzt. Sprich am Besten mit deinem Arzt ob er solch eine Therapie für sinnvoll hält.
  • leichte Massagen können helfen, außerdem Muskelentspannungstechniken (z.B. nach Jacobson)
  • eine weiche Nackenstütze oder Kragen, um die Bewegung zu begrenzen und einer Fehlhaltung vorzubeugen
  • vorsichtiges Stretching kann dich bei der Regeneration unterstützen
Warst du schon einmal vom Lhermitte-Zeichen betroffen? Wie lange hat es bei dir gedauert, bis sich die Symptome zurück gebildet haben? Verrate es mir in den Kommentaren.

Warum Selbstfürsorge gerade bei Multiple Sklerose so wichtig ist

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Was bedeutet Selbstfürsorge (Self-care) eigentlich?

Der Schweizer Psychiater und Psychoanalytiker Joachim Küchenhoff (1999,151) definiert Selbstfürsorge als: „[…] die Fähigkeit mit sich gut umzugehen, zu sich selbst gut zu sein, sich zu schützen und nach sich selbst zu schauen, die eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen, Belastungen richtig einzuschätzen, sich nicht zu überfordern oder sensibel auf Überforderungen zu bleiben“.

Meine Definition von Selbstfürsorge kommt dem von Küchenhoff schon ziemlich nahe. Für mich ist es wichtig, Selbstfürsorge in die Kleinigkeiten des Alltags zu integrieren. Mir jeden Tag ein klein bisschen Gutes zu tun, etwas zu tun worauf ich Lust habe. Auch mal den Haushalt liegen lassen und dafür bewusst etwas “me-time” zu finden. Nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die mentale Gesundheit spielen bei der Selbstfürsorge eine wichtige Rolle. Man sollte jeden Tag, jede Stunde, jede Minute gut für sich sorgen. Sich um seine Gesundheit und sein Wohlbefinden kümmern. Seinen Körper und Geist ehren und lieben.

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Multiple Sklerose und Leistungsdruck

Leistungsdruck

Wer hat ihn nicht schon einmal gehört, diesen berühmten Satz – “Unter Stress arbeite ich am besten”? Sicher hat man das Gefühl unter schwierigen und stressigen Bedingungen produktiver zu sein. Aber der Schein trügt, denn Dauerstress und Leistungsdruck können die Leistungsfähigkeit mindern. Kleine Fehler schleichen sich ein, die vielleicht sogar unbemerkt bleiben. Man arbeitet nicht mehr so genau und sauber, hat aber dennoch das Gefühl schneller und produktiver zu sein.

So viele Menschen haben mit Burnout, Depressionen oder gar Essstörungen zu kämpfen. Auch junge Menschen sind immer häufiger davon betroffen. Ich denke, das war nicht immer so, dennoch wird in den Medien immer mehr über das Thema Burnout und Depressionen gesprochen. Gehen wir heute nur offener mit diesen Erkrankungen um? Oder stimmt es wirklich, dass der ständige Leistungsdruck und die Schnelllebigkeit der Welt immer mehr Druck auf uns ausüben? Und zwar so sehr, dass die Zahl, der von psychischen Erkrankungen Betroffenen, stetig steigt. Auch bei Multiple Sklerose hat Stress negative Auswirkungen auf unsere Erkrankung.

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Leben mit MS – Expertenrat

Expertenrat

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Der online Expertenrat steht dir rund um die Uhr zur Seite.

Wäre es nicht toll, wenn wir eben mal schnell einen Experten rund um die MS befragen könnten, wenn uns etwas auf der Seele brennt? Einfach kurz online gehen und Experten an der Seite haben, die innerhalb weniger Stunden deine Fragen beantworten. Dafür gibt es den Leben-mit-MS Expertenrat.

Beim Expertenrat kannst du online anonym eine Frage an ein Team aus Experten stellen. Ohne Registrierung und ohne lästige Werbe-Emails. Du benötigst nur einen “User Namen” und natürlich eine Frage, die du stellen möchtest. Diese wird dir von den beiden Experten Dr. med. Detlev Schneider und Carsten Sievers im Forum des Expertenrats beantwortet. Außerdem kannst du auch alle Fragen der anderen User einsehen und dich umfassend zu informieren. Vielleicht beschreibt eine der Fragen deine eigene Situation oder du hast noch eine Rückfrage zur Expertenantwort. Das alles ist kein Problem.

Beim Expertenrat stehen dir zwei Experten für deine Fragen zur Verfügung.

Vorerst möchte ich euch eine kleine Hilfestellung geben, wie du ganz schnell und anonym deine Frage stellen kannst. Gehe zum Leben-mit-MS Expertenrat und finde gleich im oberen Bereich den Button “Frage stellen”. Sobald du darauf geklickt hast, öffnet sich eine neue Seite bei der du nur noch deinen Namen (Pseudonym), deine E-Mail Adresse (die ist natürlich freiwillig), das Thema deiner Frage und deine Frage selbst eingeben musst. Wichtig ist, dass du deine Frage so präzise wie möglich stellst. Seit wann hast du die Diagnose MS? Was sind deine Beschwerden? Welche Basistherapie machst du und seit wann? All diese Informationen helfen den Experten dabei deine Frage so genau wie möglich zu beantworten.

Nachdem du dann die Datenschutzbestimmungen bestätigt hast und Absenden geklickt hast, ist deine Frage eingereicht. Jetzt heißt es warten! Aber nicht zu lange, denn meist werden die Fragen innerhalb weniger Stunden beantwortet. Was ich ganz toll finde, ist die Möglichkeit sich die Beiträge vorlesen zu lassen.

Natürlich habe ich den Expertenrat für euch getestet und zwei Fragen gestellt um zu sehen, wie mit diesen umgegangen wird. Ich wollte wissen, wo die Experten in Sachen Ernährung stehen und ob evtl. bei Problemen beim Spritzen eine Änderung der Basistherapie vorgeschlagen wird, obwohl ich das Medikament an sich gut vertrage. Die Antworten auf die Fragen wusste ich natürlich selbst genau und habe mich auf meine Testfragen beim Expertenrat gut vorbereitet. Außerdem habe ich viele Fragen von anderen Usern durchgelesen und mir ein umfassendes Bild von den Antworten der Experten machen können.

Bunt gemischte Fragen beim Leben-mit-MS Expertenrat

Meine erste Frage bezog sich auf bestimmte Ernährungsformen bzw. Empfehlungen bei MS. Da ja auch der DMV in Zusammenarbeit mit der DMSG “Ernährungsrichtlinien bei Multiple Sklerose” herausgegeben haben, war ich neugierig, was Neurologen zu diesem Punkt unseres Lebens mit MS zu sagen haben. Oft wird von den Ärzten ja eher ein großer Bogen um die Ernährung gemacht, sondern lieber mit Medikamenten therapiert. Aber bei der Antwort von Dr. med. Detlev Schneider hatte ich das Gefühl, dass man dem Thema Ernährung gegenüber zwar aufgeschlossen ist, aber die Studienlage für ihn noch nicht eindeutig genug ist. Dennoch geht er auf bestimmte Ernährungsformen ein – das fand ich sehr positiv.

Verwundert war ich über die vielen Fragen zum Thema “Diagnose MS” – viele fragen nach ob Sie MS haben oder nicht. Sie haben vielleicht Symptome festgestellt, die zur MS passen. Vielleicht hat Dr. Google ausgespuckt, dass sie laut der Symptome MS haben müssten. Ehrlich war ich etwas erschrocken, dass man in einem Expertenrat solche Fragen stellt. Bitte denkt daran, dass der Expertenrat nicht den Gang zum Arzt ersetzt, wenn es um gesundheitliche Probleme, Einschränkungen oder ähnliches geht. Ein Experte kann euch zwar Hilfestellungen geben oder allgemeine Fragen beantworten, aber wenn ihr gesundheitliche Probleme habt, dann bitte sucht schnellst möglich euren Neurologen auf. Auch wird ein online Expertenrat keine MS Diagnose stellen, denn hierzu gehört eine umfangreiche Diagnostik. Wenn ihr also eine zweite Meinung braucht, oder die Feststellung einer Diagnose erreichen wollt, dann lasst euch bitte von einem weiteren Arzt beraten.

Meine zweiter Frage bezog sich auf mein derzeitiges Medikament und dass ich beim Spritzen Probleme mit Knubbeln habe. Herr Sievers hat meine Frage kurz beantwortet. Leider konnte er keine Tipps geben, was ich gegen die Knubbel tun kann. Es wurde nicht versucht ein anderes Medikament zu empfehlen, das fand ich schon mal sehr gut. Viele Betroffene, die eine Spritzentherapie machen, haben Probleme mit Knubbeln. Lt. Herrn Sievers gibt es keine medizinischen Maßnahmen, also keine medikamentöse Bekämpfung gegen die Verhärtungen. Leider konnte er keine Tipps geben oder auf andere Quellen verweisen. Wenn ich mich nicht schon mit diesem Thema beschäftigt hätte und vieles ausprobiert hätte, wäre ich mir mit der Antwort ein wenig hilflos vorgekommen. In einem späteren Beitrag, der von Dr. med. Detlev Schneider beantwortet wurde, wurden in Bezug auf die Verhärtungen nochmal ein paar Tipps zur richtigen Handhabung beim Spritzen gegeben, das fand ich sehr gut. Es lohnt sich also immer nochmal die Suche nach anderen Beiträgen zu verwenden.

So verschieden die Fragen der User, so unterschiedlich die Antworten der beiden Experten.

Gerade heute habe ich wieder die aktuellen Fragen durch geschaut und muss sagen, dass ich es eine sehr gute Sache finde. Der Leben-mit-MS Expertenrat steht dir jederzeit zur Verfügung und ich denke, dass er eine gute Möglichkeit ist, allgemeine Fragen rund um die MS und die Symptome zu beantworten. Viele MSler trauen sich nicht mit ihrem Neurologen über bestimmte Themen zu sprechen, hier kann der Expertenrat eine gute Alternative sein. Manche Themen sind vielleicht peinlich – wie etwa eine Blasenschwäche – oder man traut sich einfach nicht sich zu öffnen, weil das Thema so “banal” ist, dass man denkt es ist unbedeutend und klein im Gegensatz zu den Problemen von anderen Betroffenen.

Aber da brauchst du dir keine Sorgen oder Gedanken zu machen. Beim Expertenrat werden alle Fragen ernst genommen und beantwortet. Da der Experte weder dich kennt, noch du ihn, fällt es dir vielleicht leichter dich mit bestimmten Fragen zu öffnen. Bevor du Dr. Google um Hilfe bittest, wende dich besser an die Experten von Leben-mit-MS.

Leben-mit-MS bietet einen umfassenden Informationsdienst für MS Betroffene

Es lohnt sich auf jeden Fall mal bei Leben-mit-MS vorbei zu schauen. Hier gibt es neben dem Expertenrat noch viele interessante Artikel zu den Themen “Medizin & Gesundheit”, “Alltag & Hobbies” und “Abenteuer & Reisen”. Außerdem weitere Interessante Links zu verschiedenen Gesellschaften, Selbsthilfegruppen und MS Kliniken. Nicht nur wegen dem Expertenrat ist der Besuch auf dem Informationsdienst von Merck einen Klick wert!

Hast du auch bereits Erfahrungen mit dem Leben-mit-MS Expertenrat gemacht? Berichte mir von deinen Erfahrungen – mich würde sehr interessieren wie du ihn findest! Hinterlasse mir dazu unten einen Kommentar!

Achtsamkeit – 3 Übungen zur Entschleunigung

Achtsamkeit

Immer mehr Studien belegen, dass Achtsamkeit heilsam ist.

Stress besser bewältigen, weniger negative Gedanken und Sorgen, fokussierter im Alltag und dazu glücklicher. Das Zauberwort heißt Achtsamkeit. Doch was bedeutet Achtsamkeit (Mindfulness) eigentlich? Achtsamkeit stammt ursprünglich aus dem Buddhismus und ist eine Form der Meditation. Achtsamkeit bedeutet, den Moment – das Hier und Jetzt – bewusst zu erleben und seine tiefen Empfindungen zu spüren, ohne diese jedoch zu bewerten. Damit wird die Psyche geschützt und das Leben entschleunigt.

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Immunsystem stärken – 5 Tipps die dir dabei helfen

Immunsystem

5 Tipps um dein Immunsystem fit zu machen für die kalte Jahreszeit.

Draußen zieht langsam der Herbst ein. Das Laub färbt sich rot und gelb und rieselt langsam zu Boden. Die Temperaturen fallen und das nass kühle Wetter erhält Einzug. Zeit für die Stärkung deines Immunsystem zu sorgen, um Infekten vorzubeugen. Erkältungsviren werden nicht nur durch Niesen und Husten übertragen, sondern vor allem über die Haut. Viele MS Patienten sind durch Ihre Erkrankung anfälliger für Infekte geworden und müssen in der kalten Jahreszeit tief in die Trickkiste greifen. Mit der richtigen Ernährung und ein paar kleinen Tipps machst du dich fit im Kampf gegen die Grippewelle.

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Krankheitsbewältigung – 3 Gründe “Ja” zu deiner MS zu sagen.

Krankheitsbewältigung

Nach der Diagnose beginnt die Zeit der Krankheitsbewältigung

Da ist er, der Moment in dem dir der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Alles um dich herum ist wie in einem Nebel verschwunden. Du hörst die Stimme nur noch als würde dir jemand die Hände auf die Ohren legen. Es fühlt sich an, als hätte man dich in einem riesigen Haufen Watte versteckt. Alles ist dumpf und verschwommen. Das ist der Moment, in dem dein Arzt zu dir sagt: “Sie haben Multiple Sklerose!”

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Kann Dr. Google helfen?

Dr. Google

[Werbung] in Kooperation mit Merck

Als mich vor ein paar Wochen die Firma Merck kontaktierte und Interesse an einer Kooperation mit meinem Blog hatte, musste ich nicht lange überlegen. Es ist wichtig, dass wir viele Unterstützer finden, die unsere Projekte nach vorne bringen und uns dabei helfen, mehr für die Aufklärung über Multiple Sklerose zu erreichen. Daher habe ich diese Kooperation mit Freude angenommen und komme heute zu einem sehr interessanten Thema: “Kann Dr. Google helfen?”

Auf der Website Leben mit MS habe ich einen Interessanten Beitrag entdeckt in dem es um Dr. Google geht. Und natürlich habe ich auch meine Erfahrungen damit gemacht. Gerade als ich damals meine Diagnose bekommen habe, bzw. in der Zeit als sie wie eine Wolke über mit schwebte aber noch nicht konkret war. Ich wollte mich darauf vorbereiten, was es für mich bedeutet, dass ich Multiple Sklerose habe. Und auch vor dieser Zeit habe ich einige Male Dr. Google um Hilfe gebeten. Aber geholfen hat es mir oft nicht, denn wie oft wurde mir eine unheilbare Krankheit oder gar ein tödlicher Tumor bei meinen Recherchen angehängt.

Warum ich Dr. Google meinen Blog zu verdanken habe!

Ich habe damals über Dr. Google viele Horrorgeschichten zu Multiple Sklerose gefunden, viele Angst einflößende Forumdiskussionen und andere schreckliche Berichte. Auch zu den Medikamenten habe ich viel Negatives gelesen. Bis ich schließlich den Laptop zuklappte und mir stattdessen ein Fachbuch bestellte. Dr. Google war bei mir der Auslöser, anderen von MS Betroffenen Mut zu machen, positive Geschichten zu erzählen und zu versuchen, eine positive Einstellung zu vermitteln. Und genau das versuche ich heute mit meinem Blog FITNESS · FOOD & MS umzusetzen.

Dr. Google

Wir leben heute im digitalen Zeitalter. Immer und überall stehen Informationen zum Abruf bereit. Es ist so einfach, an Informationen zu gelangen, die man sucht und das von zu Hause, auf der Arbeit, in der Bahn oder sogar auf dem Klo. Traurig ist allerdings, dass man auf einem Termin beim Facharzt fast 3 Monate warten muss. (Bei mir waren es sogar mal 6 Monate!) Warum nicht einfach im Netz nach Hilfe suchen und Dr. Google fragen?

41 Millionen Suchanfragen zu Gesundheitsthemen in 2016!

Gibt man den Suchbegriff “Multiple Sklerose” bei Google ein, erhält man in 0,39 Sekunden ca. 3.250.000 Ergebnisse! Ist das nicht Wahnsinn? Der Begriff Multiple Sklerose wird alleine in Deutschland 75.000 mal pro Monat bei Google eingegeben. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass wir immer mehr dazu neigen, uns Informationen selbst zu beschaffen. Vielleicht haben wir einen kompetenten Arzt, dem wir auch vertrauen, aber wir wollen es vielleicht noch genauer wissen und die begrenze Zeit, die wir mit unserem Arzt haben, lässt es nicht zu, all unsere Fragen zu klären. Vielleicht fallen einem gerade auch nicht alle wichtigen Themen ein, wenn man bei einem Termin ist. Ist es dann nicht einfacher, Dr. Google abends vom Sofa aus zu Rate zu ziehen? Zwar dient Dr. Google in den meisten Fällen nur als Vermittler, denn die Informationsflut kommt aus unterschiedlichsten Quellen.

Nachdem ich für meine Recherchen auch Dr. Google bemüht habe, sind mir die Fragen aufgefallen, die im Zusammenhang mit Multiple Sklerose von den Nutzern gestellt wurden. (siehe Bild unten) Ich war doch etwas erschrocken über die ein oder andere Frage. Diese lässt mich stark darüber nachdenken, was die Ärzte ihren Patienten eigentlich nach so einer Diagnose mitgeben? Bei mir waren die Informationen ebenfalls sehr dürftig. Ich hätte mich gefreut eine Broschüre mit nach Hause zu bekommen, die alles Wichtige enthält und mit Informationen wohin ich mich auch persönlich wenden kann. Da wundert es mich nicht, dass wir immer öfter Dr. Google befragen und uns dort Hilfe suchen.

Sind die Zielseiten bei Dr. Google vertrauenswürdig, wenn es um Gesundheitsfragen geht?

Dr. Google

Aber zurück zu den Fragen. Ich muss sagen, bei 80% der Fällen landet man auf seriösen Seiten. Unter anderem bei der DMSG, Leben mit MS, Amsel, und Neurologen und Psychiater im Netz. Doch auch einige Zielseiten sind dabei, bei denen man keine Angaben zu Quellen oder gar ein aussagekräftiges Impressum findet. Hier ist immer Vorsicht geboten. Lieber noch einmal eine Seite mehr angeschaut um sich abzusichern, als durch eine unseriöse Quelle in Angst und Panik zu verfallen oder gar den Arztbesuch ausfallen lassen.

In dem Video zu den MS-Infotagen 2018 von der Firma Merck gibt es viele interessante Informationen, wie man mit Dr. Google umgehen sollte. Nützliche Tipps auf was ihr bei den Websites achten solltet, um die Informationen und deren Kompetenz richtig einschätzen zu können. Es gibt bestimmte Gütesiegel, die auf den Informationsgehalt hinweisen. Außerdem ist es auch wichtig, auf die Aktualität der Seiten und Beiträge zu achten. Gerade die Medizin erlebt so einen schnellen Fortschritt, da ist es besonders wichtig auf aktuelle Berichte zurückzugreifen.

Erschreckende Gesundheitskompetenz bei jungen Erwachsenen

Das erschreckendste aus dem Beitrag ist für mich, dass so viele Grundkenntnisse in Gesundheitsfragen bei den jungen Erwachsenen fehlen. 49 Prozent haben eine problematische, 17 Prozent sogar eine ungeeignete Gesundheitskompetenz. Nur 34 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland haben eine ausreichende Gesundheitskompetenz. Dies wurde durch eine international vergleichbare, wissenschaftliche Standard-Erhebung (Health Literacy Survey) herausgefunden. (Quelle: Stada)

Wie sieht es bei euch aus? Wie schätzt ihr euer Gesundheitswissen ein? Mit dem Health-Checker könnt ihr eure Gesundheitskompetenz überprüfen. Postet eure Ergebnisse gerne unten als Kommentar. Bei mir waren es 77%, die ich richtig beantwortet habe. Aber ich habe bei diesem Test auch etwas dazugelernt, was ich vorher nicht wusste. Probiert es mal aus.

Ich kann euch das Video von Leben mit MS zum Thema Dr. Google nur empfehlen. Die Zeit ist wirklich gut investiert. Auch die anderen Videos auf dem YouTube Kanal von Leben mit MS sind sehr interessant und es gibt viele tolle Themen zu entdecken.

Wie seht ihr das? Wie kann man uns Betroffene im digitalen Zeitalter besser abholen? Helfen Plattformen wie Leben mit MS, DMSG, AMSEL, Trotz MS dabei Gesundheitsrelevante Fragen zu klären? Greift ihr oft auf solche Quellen zurück oder fragt ihr lieber Dr. Google und seht was rauskommt? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

Vitamin D bei Multiple Sklerose

Vitamin D

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Wir alle haben schon so viele Artikel zu Vitamin D gelesen und wie positiv es sich auf die MS auswirken kann. Das zeigt auch die steigende Zahl der MS Betroffenen, die das Coimbra Protokolls als alternative Basistherapie einsetzen. Ich möchte euch einen kleinen Überblick geben, warum unser Körper Vitamin D braucht, wie es sich auf die MS auswirkt und wie einfach es ist die Vitamin D Speicher zu füllen.

Vitamin D (D3) wird auch als das Sonnenvitamin bezeichnet. Es wird mit Hilfe von UV-B Strahlung synthetisiert und ist damit eines der wenigen Vitamine, welches unser Körper selbst herstellen kann. Allerdings ist hierfür eine ausreichende UV-B Strahlung notwendig.

Bildung von Vitamin D mit Hilfe von Solarien nur bedingt möglich.

Oft habe ich schon die Frage gelesen, ob man im Winter dann nicht einfach ins Solarium gehen kann um genügend Vitamin D zu bilden. Das ist nur bedingt möglich, denn UV-B Strahlung hat eine bestimmte Wellenlänge. In den Solarien wird meist die UV-B Strahlung herausgefiltert, da sie leichter einen Sonnenbrand verursacht. Somit wird in den Solarien hauptsächlich UV-A Strahlung eingesetzt.

Um die Vitamin D Produktion so richtig anzukurbeln, ist die beste Zeit um ein kurzes Sonnenbad zu nehmen zwischen 10 und 14 Uhr. Die Haut eines jungen Erwachsenen kann innerhalb von 15 bis 30 Min. unter optimalen Bedingungen und so viel freier Haut wie möglich ca. 10.000 bis 20.000 IE D3 produzieren. Wichtig ist zu bemerken, dass ein Sonnenschutz ab LSF 14 die Produktion des Sonnenvitamins nicht zulässt. Auch längere Zeit in der Sonne bringt nicht unbedingt mehr Erfolgt. Hierdurch steigt dann das Hautkrebsrisiko.

Über die Nahrung kann Vitamin D nicht in ausreichender Menge zugeführt werden.

Leider müssen wir auch die Illusion, dass wir durch die Nahrung ausreichend Vitamin D zu uns nehmen können aus dem Weg räumen, denn außer fettem Meeresfisch kann D3 nicht mit den verzehrüblichen Mengen gedeckt werden. Bei einer empfohlenen Tagesdosis von 800 IE lt. der DGE müsste man täglich folgende Mengen verzehren:

  • 400 g Makrele
  • 4 kg Schweineschnitzel
  • 16 – 20 Hühnereier
  • 20 Liter Vollmilch
  • 10 kg Kalbsleder
  • 10 kg Brie (mit 45 Prozent Fettanteil)
  • 600 g Avocado
  • 1 kg Shiitake-Pilze

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und sollte daher in Verbindung mit guten Fetten aufgenommen werden um die Aufnahme im Körper zu steigern. Außerdem kann unser Körper das Vitamin einige Zeit in Muskel- und Fettzellen speichern. Man spricht von einer Halbwertszeit von ca. 3-6 Wochen.

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Bei Vitamin D handelt es sich zwar um ein Vitamin, jedoch verhält es wie ein (Pro)Hormon, in dem es viele Steuerungsprozesse im Körper übernimmt. Die Hauptaufgabe liegt in der Aufnahme und Steuerung von Kalzium und Phosphat und fördert dadurch die Härtung der Knochen. Außerdem wirkt sich Vitamin D positiv auf das Immunsystem, den Zyklus der Frau und die Hormonsynthese beim Mann aus. Das Sonnenvitamin beeinflusst zudem das Herz-Kreislaufsytem, die Muskelfunktion und das Wachstum von Hautzellen. In neuen Studien wurde nun bestätigt, dass Vitamin D auch die Ausschüttung von Insulin beeinflusst und damit Diabetes Typ-2 vorbeugen kann.

Vitamin D ist für viele Funktionen des Körpers verantwortlich

Jedes Gewebe benötigt Vitamin D und dennoch sind die Wirkungsmechanismen so unterschiedlich. Es folgenden die wichtigsten Wirkungsweisen von Vitamin D, jedoch gibt es noch so viele mehr.

  • wirkt vorbeugend gegen Krebs
  • Anregung der Kalzium-Aufnahme im Darm und damit geringerer Kalzium-Bedarf aus der Nahrung
  • Regulierung des Knochenstoffwechsels und somit der Knochendichte. Beugt Osteoporose vor
  • Vorbeugend bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Untersützung des Immunsystems bei der Bekämpfung von bakteriellen und viralen Infekten
  • wirkt Regulierend auf das Immunsystem: Eine Vielzahl der Immunzellen benötigen Vitamin D, um aktiv zu werden. Entzündungslindernde M2-Makrophagen und die wichtigen regulatorischen T-Zellen – diese wirken Autoimmunerkrankungen entgegen. Außerdem steuert es das Gleichgewicht bestimmter Immunzellen.
  • wichtiger Wachstumsfaktor für Haut- und Darmzellen – Vitamin D sorgt für schöne und glatte Haut, sowie für einen funktionierenden und gesunden Darm


Vitamin D mindert die Zahl der Entmarkungsherde

Wie wirkt sich also das Vitamin D auf die Multiple Sklerose aus? Leider konnten Untersuchungen und Studien bis heute nicht eindeutig feststellen, ob der Vitamin-D-Mangel eine Begleiterscheinung von Multiple Sklerose oder deren Ursache ist. Außerdem ist noch nicht geklärt worden ob Vitamin D die Auslöser von MS bekämpfen kann oder nur die Symptome lindert.

Eine Studie zeigte, dass bei MS-Betroffenen die Anzahl der Entmarkungsherde (verhärtete Stellen) im Rückenmark verringert wurde, sofern etwa 7.000 IE täglich zugeführt wurden. Viele weitere Studien befassen sich auch mit dem Thema, wie durch eine gesteigerte Vitamin D Versorgung Krankheiten, wie Multiple Sklerose vorgebeugt werden kann.

Vitamin D

Außerdem wurde festgestellt, dass Vitamin D die Schubrate reduzieren kann und damit für eine verringerte Aktivität der MS sorgt. Eine eindeutige positive Auswirkung auf Depressionen wurde noch nicht bestätigt, aber Vitamin D kann sich zudem positiv auf Fatigue auswirken und in Verbindung mit Bewegung und Sport zu einer Verbesserung der Symptome führen.

Also ihr lieben, krempelt die Ärmel hoch und raus in die Sonne Vitamin D tanken!

Solltet ihr jedoch über eine Nahrungsergänzung nachdenken, sprecht vorher mit eurem Arzt und lasst regelmäßig euer Blut kontrollieren!

Quellen: Pharmazeutische Zeitung, DGE, Endokrinologikum, UGB, Autoimmunportal, Leben mit MS